Heinrich Hoffmann (1809–1894) war weit mehr als ein Kinderbuchautor. Er war außerdem ein angesehener Frankfurter Arzt und Pionier auf dem Gebiet der Jugendpsychiatrie. Sein berühmtestes Werk, der Struwwelpeter, entstand im Jahr 1844. Als er zu Weihnachten kein passendes Bilderbuch für seinen dreijährigen Sohn finden konnte, kaufte er ein leeres Heft und zeichnete selbst humorige Geschichten von unartigen Kindern.
Was ursprünglich nur für den privaten Gebrauch gedacht war, entwickelte sich nach der Veröffentlichung 1845 zu einem der weltweit erfolgreichsten Kinderbücher. Hoffmann traf mit seinen skurrilen Figuren wie dem „Suppen-Kaspar“, dem „Zappel-Philipp“ oder dem „Daumenlutscher“ den Nerv der Zeit. Die Geschichten zeichnen sich durch eine Mischung aus schwarzem Humor, pädagogischer Strenge und einer damals neuartigen Dynamik zwischen Bild und Text aus.